Bexbacher Schubert-Chor
BexbacherSchubert-Chor 

Saarbrücker Zeitung vom 08.07.2016:

Musikalischer Frühsommer-Cocktail

„Wir bringen Musik und gute Laune, dass ein jeder nur so staune“, sangen die „Schubertianer“ bei ihrem Einmarsch in den Festsaal der Waldorfschule. Die großen Erwartungen im proppevollen Saal wichen tatsächlich dem angekündigtenz Erstaunen über die musikalische Fülle des Gebotenen, aber auch über die schmissige, musikalische Perfektion.

 

Der Bexbacher Schubert-Chor bot seinen Gästen am Sonntag einen „Musikalischen Sommer-Cocktails“. Seine Programmfolge  war im Stil einer heiteren Rezeptur gehalten und bot am Beginn ein „Dunkles Elixier schaurig-schöner Balladen“. Chorleiter Paul O. Krick erinnerte daran, dass Balladen oder Moritaten in früheren Zeiten die Nachrichtenbörsen einfacher Leute gewesen seinen, die nicht lesen und schreiben konnten. So habe sich ein ähnliches Geschehen wie in der Ballade „Die beiden Grenadiere“ von Heinrich Heine und Robert Schumann nach Napoleons Russlandfeldzug genau am 11. November 1813 an der Kaiserstraße in Homburg abgespielt. Das Zitat aus der Marseillaise gestalteten Sänger und Pianist als Ausdruck glühender Vaterlandsliebe, wie sie in den letzten Atemzügen des sterbenden Grenadiers Jaques Bissieres aus Coutance verhauchte. Erstaunlich auch die dramatische Wucht im Chor- und Klavierpart des „Erlkönig“ von J. W. Goethe und Franz Schubert, die erst in der „Uhr“ von Carl Loewe ihre innere Ruhe zurück gewann.

 

Volkslied-Extrakte waren in den Cocktail gemixt, bei denen der junge Bariton Christian Lambert „In der Waldschenke“ von Rudolf Simon aufhorchen ließ. Von den „Whisky-Zutaten aus Amerika“ gefiel besonders das durch Louis Armstrong bekannt gewordene „What a wonderful world“, ebenso die monumentale Breitwandmusik von Ernest Gold aus „Exodus“.

 

Zu einem süffisanten Cocktail werden schmackhafte Häppchen gereicht. In diesem Programm waren es u. a. die beiden Rückert-Lieder „Widmung“ und „Wenn ich in den Garten geh“ von Robert Schumann. Im innigen Gleichklang mit Barbara Buhr (Sopran) und Paul O. Krick (Klavier) entfalteten sie ihre glühende Liebessehnsucht. Die wandelte sich in den beiden heiteren Liedern von Johannes Brahms „Vergebliches Ständchen“ und „Mein Mädel“ zu köstlich in Szene gesetzter Koketterie.

 

Als Münchener Trambahnschaffners und versierter Couplet-Sänger erinnerte Peter Spiegel sein höchst amüsiertes Publikum an den unvergessenen Weiß Ferdl und dessen „Wagen von der Linie 8“.

 

Wie es sich für eine solche Programmidee gehört, gipfelte die Werkfolge im zweiten Teil nach swingenden Songs von Werner Bochmann, Reinhard Mey oder Franz Grothe noch einmal auf in der berühmten "Champagner-Szene" aus der "Fledermaus" von Johann Strauss. Barbara Buhr und Chorpräsident Horst Kraus ließen die Sektkorken knallen; und um den Konzertflügel des musikalischen Leiters Paul O. Krick versammelten sich ein letztes Mal alle Mitwirkenden zu einem klangvoll zündenden Finale, dem das bekannte "Chianti-Lied" von Gerhard Winkler nachgegossen werden musste.

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