Bexbacher Schubert-Chor
BexbacherSchubert-Chor 

"Beim dunklen Stall was strahlt so hell hernieder"

Geistliche Abendmusik im Advent

Bexbach, 16.12.2018

 

Trotz winterlicher Zuwege wollten sich die vielen Konzertbesucher in der katholischen Kirche St. Martin das Weihnachtskonzert des Bexbacher Schubert-Chors nicht entgehen lassen. Es war in seiner stilistischen Vielfalt der glanzvolle Abschluss seines ereignisreichen 65. Jubiläumsjahres mit Auftritten selbst in der Ukraine und in Polen.

Es ist schon eine lieb gewordene Tradition, wenn die Sänger mit ihren Adventlichtern durch die abgedunkelte Kirche in den Altarraum einziehen und dazu das „Veni, veni, Immanuel“ oder im Doppelchor das „Hosianna, gelobt sei, der da kommt“ anstimmen. Das Kommen des „Immanuel“ klang auch im Lobpreis von Jesu Mutter Maria an, im „Magnificat anima mea Dominum“, das die große Zuhörergemeinde zur Begleitung des Chores und der beiden jungen Solisten begeistert mitsang. Zart und innig verwoben sich die Männerstimmen mit dem verhaltenen Klavierpart von CMD Paul O. Krick auch im Engelsgruß „Ave Maria“, der in wunderschönen Kompositionen von Vladimir Vavilov und Alicja Gołaszewska zitiert wird. Das war romantisch geprägte Adventsmusik, die ihr stilistisches Echo in solchen Gesängen fand wie im Motto-Lied des Konzertes „Beim dunklen Stall was strahlt so hell hernieder“ nach Philipp Jakob Siebenpfeiffer. Neoromantisch waren auch die Lieder zum Christkindl-Wiegen wie das „Christmas Lullaby“ von John Rutter, das filigrane „Leise, Jesulein, leise“ von Paul O. Krick oder gar die Wiegenlieder von Franz Schubert wie „Schlaf, holder süßer Knabe“ oder das ganz entrückte „Über allen Gipfeln ist Ruh“.

Ein ganz anderes Adventfenster mit Swing und Rock öffneten die Sänger mit ihrem Chorleiter Paul O. Krick am Piano in angelsächsischen Songs. Die kalifornische Komponistin Sally K. Albrecht hatte den ehrwürdigen Choral „Adeste fideles“ in rhythmisches Feuerwerk verwandelt, ähnlich wie John Fred Coots auf dem Höhepunkt der Swing-Ära den Song „Santa Claus Is Comin’ to Town“. Es braucht schon einen so gut geschulten Chor, über Kontinente und Stilwelten  hinweg so begeisternd zu überzeugen.

Doch dann öffneten die „Schubertianer“ das letzte Adventsfenster mit der weihnachtlichen Geburt in Bethlehem. Die „Drei Könige“ nach Peter Cornelius  wanderten mit dem jungen Baritonsolisten Christian Lambert und den Sängern zum „Dunklen Stall“, sicher geleitet vom „Schön leuchtenden Morgenstern“. Nach dem „Weihnachtslied der Kaschuben“, dessen Bergengruen-Text so lustig war wie das karibische Klanggewand, stimmten dort alle Konzertgäste mit dem Chor die Weise „O du fröhliche“ an.

Für den begeisterten Applaus  versprach Chorpräsident Horst Kraus in seinen abschließenden  Dankesworten  das wohl bekannteste  Weihnachtslied „Stille Nacht, heilige Nacht“. Der innige Gesang erinnerte an seine Entstehung im Salzburger Land vor genau 200 Jahren durch Pfarrer Joseph Mohr und Lehrer Franz Gruber  sowie an seinen Siegeszug in alle Welt, selbst bis nach Bexbach.   

 

 

Höcherberg-Nachrichten vom 14.12.2017

"Maria durch ein Dornwald ging"

Zu seinem traditionellen Advents- und Weihnachtskonzert hatte der Bexbacher Schubert-Chor in die Pfarr- und Wallfahrtskirche „Mariä Himmelfahrt“ nach Kirrberg eingeladen. Dort begrüßte Chorpräsident Horst Kraus nach dem Einzug der Sänger mit Kerzenlicht und zum mittelalterlichen Cantus „Veni, Immanuel“ unter den vielen Gästen von nah und fern Pfarrer Markus Hary und seine Pfarrgemeinde. Er dankte für das Gastrecht und vergaß dabei auch nicht die Förderer des Konzertes zu erwähnen, die Kreissparkasse Saarpfalz, den Buchholz Fachinformationsdienst (bfd) und die Druckerei Hügel. Wer den Anstieg zum Gotteshaus „uff dem kirchperch“ – so der alte Name des Ortes - geschafft hatte, wurde mit einer Fülle weihnachtlicher Weisen belohnt, und das in bester stimmlicher Klangqualität.

Die garantierte auch das Sopran-Duett mit Barbara Buhr und Ina Kaufmann in den wunderschönen zweistimmigen Weisen von Josef Rheinberger, Engelbert Humperdinck oder Hermann Schroeder, eingebettet in die filigrane Klavierbegleitung von CMD Paul O. Krick.

Der assistierte auch seinem hervorragend geschulten Chor mit  den beiden Chorsolisten Christian Giebels und Christian Lambert etwa in der ganz eigenen Bearbeitung des Liedes „Maria durch ein Dornwald ging“. Es war das ganz innig vorgetragene  Mottolied des Konzertes und hatte sicher auch der Madonna mit dem Kind in der Marienkirche gefallen.

Fein gestaltet war auch die  Choralbearbeitung „Wie schön leucht uns der Morgenstern“ des Romantikers Peter Cornelius mit Chor und Klavier. Darüber entfaltete sich der sonore Bariton  des Kirrberger Solisten Christian Lambert in der Aria „Drei Könige wandern aus Morgenland“ in beeindruckender Weise.

In weihnachtlicher Liedtradition nach Franz Schubert, Felix Mendelssohn-Bartholdy oder Hans Maria Dombrowski spiegelte sich der pulsierende Weihnachtsrhythmus unserer Zeit, swingend,  zupackend, mit instrumentalem Biss. Die amerikanische Komponistin Sally M. Albrecht hatte in ihrer  Jazzversion zum lateinischen Choral „Adeste fideles“ ein zündendes Beispiel dazu bereitgestellt. Dieser mitreisend vorgetragene Kontrast von Alt und Neu bestimmte auch die beiden Kompositionen von Paul O. Krick. Das sanfte „Leise, Jesulein, leise“ nach Gerhard Nißlmüller betörte im Stil eines Weihnachtswiegenliedes zwischen mütterlicher Zärtlichkeit und Besorgnis. Das „Kaschubische Weihnachtslied“ nach Werner Bergengruen hingegen sprühte nur so in karibischer Ausgelassenheit und mit dem verqueren Humor einer kleinen Volksgruppe in Nordpolen. Der am Klavier viel beschäftigte Komponist hätte keine besseren Interpreten finden können als seine „Schubertianer“ im Zusammenklang mit den beiden Sopransolistinnen.

Die mitreißend intonierten Kontrastfarben von Alt und Neu, von mittelalterlichen, klassisch-romantischen und neuzeitlichen  Traditionen auch in englischsprachigen Weihnachtsweisen können hier nur angedeutet werden. Nach dem mit der Zuhörergemeinde gemeinsam angestimmten Schlusslied „O du fröhliche“ brandete im erfreulich gut  besuchten Gotteshaus Beifall auf, und Pfarrer Hary hoffte in seinen herzlich empfundenen Dankesworten auf ein kleines Nachkonzert. Solisten und Chor kamen der Bitte gerne nach mit einem Lob auf das Geläut im Kirchturm, das einige Chortakte begleitet hatte und damit zu bestätigen schien: „Süßer die Glocken nie klingen als zu der Weihnachtszeit“. Zur behutsamen Klavierbegleitung des Chorleiters stimmten alle Mitwirkenden für den winterlichen Nachhauseweg vom Kirchberg herunter dann noch die innige, inzwischen zweihundert Jahre alte Weise von der „Stillen, heiligen Nacht“ an. Es waren letzte emotionale Momente eines unvergesslichen Konzertes in der Vorweihnachtszeit. 

 

 

Saarbrücker Zeitung vom 08.07.2016:

Musikalischer Frühsommer-Cocktail

„Wir bringen Musik und gute Laune, dass ein jeder nur so staune“, sangen die „Schubertianer“ bei ihrem Einmarsch in den Festsaal der Waldorfschule. Die großen Erwartungen im proppevollen Saal wichen tatsächlich dem angekündigtenz Erstaunen über die musikalische Fülle des Gebotenen, aber auch über die schmissige, musikalische Perfektion.

 

Der Bexbacher Schubert-Chor bot seinen Gästen am Sonntag einen „Musikalischen Sommer-Cocktails“. Seine Programmfolge  war im Stil einer heiteren Rezeptur gehalten und bot am Beginn ein „Dunkles Elixier schaurig-schöner Balladen“. Chorleiter Paul O. Krick erinnerte daran, dass Balladen oder Moritaten in früheren Zeiten die Nachrichtenbörsen einfacher Leute gewesen seinen, die nicht lesen und schreiben konnten. So habe sich ein ähnliches Geschehen wie in der Ballade „Die beiden Grenadiere“ von Heinrich Heine und Robert Schumann nach Napoleons Russlandfeldzug genau am 11. November 1813 an der Kaiserstraße in Homburg abgespielt. Das Zitat aus der Marseillaise gestalteten Sänger und Pianist als Ausdruck glühender Vaterlandsliebe, wie sie in den letzten Atemzügen des sterbenden Grenadiers Jaques Bissieres aus Coutance verhauchte. Erstaunlich auch die dramatische Wucht im Chor- und Klavierpart des „Erlkönig“ von J. W. Goethe und Franz Schubert, die erst in der „Uhr“ von Carl Loewe ihre innere Ruhe zurück gewann.

 

Volkslied-Extrakte waren in den Cocktail gemixt, bei denen der junge Bariton Christian Lambert „In der Waldschenke“ von Rudolf Simon aufhorchen ließ. Von den „Whisky-Zutaten aus Amerika“ gefiel besonders das durch Louis Armstrong bekannt gewordene „What a wonderful world“, ebenso die monumentale Breitwandmusik von Ernest Gold aus „Exodus“.

 

Zu einem süffisanten Cocktail werden schmackhafte Häppchen gereicht. In diesem Programm waren es u. a. die beiden Rückert-Lieder „Widmung“ und „Wenn ich in den Garten geh“ von Robert Schumann. Im innigen Gleichklang mit Barbara Buhr (Sopran) und Paul O. Krick (Klavier) entfalteten sie ihre glühende Liebessehnsucht. Die wandelte sich in den beiden heiteren Liedern von Johannes Brahms „Vergebliches Ständchen“ und „Mein Mädel“ zu köstlich in Szene gesetzter Koketterie.

 

Als Münchener Trambahnschaffners und versierter Couplet-Sänger erinnerte Peter Spiegel sein höchst amüsiertes Publikum an den unvergessenen Weiß Ferdl und dessen „Wagen von der Linie 8“.

 

Wie es sich für eine solche Programmidee gehört, gipfelte die Werkfolge im zweiten Teil nach swingenden Songs von Werner Bochmann, Reinhard Mey oder Franz Grothe noch einmal auf in der berühmten "Champagner-Szene" aus der "Fledermaus" von Johann Strauss. Barbara Buhr und Chorpräsident Horst Kraus ließen die Sektkorken knallen; und um den Konzertflügel des musikalischen Leiters Paul O. Krick versammelten sich ein letztes Mal alle Mitwirkenden zu einem klangvoll zündenden Finale, dem das bekannte "Chianti-Lied" von Gerhard Winkler nachgegossen werden musste.

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