Bexbacher Schubert-Chor
BexbacherSchubert-Chor 

Schubert-Chor brilliert in Frankenholz

Leiter Paul O. Krick hatte bekannte Adventslieder und solche zur Notre Dame arrangiert. Am Ende wurde kräftig mitgesungen.

Saarbrücker Zeitung vom 18.12.2019

 

FRANKENHOLZ Das diesjährige Weihnachtskonzert des Bexbacher Schubert-Chors legte seinen Schwerpunkt auf das Nachbarland Frankreich. „Cantiques de Noël – Gesänge zur Weihnacht“ nannte sich das abwechslungsreiche Programm, das der seit 50 Jahren den Chor leitende Paul O. Krick zusammengestellt hatte. Die Frankenholzer Kirche St. Joseph war mit etwa 350 Zuhörern voll besetzt, als die 21 Sänger mit „Laudate omnes gentes, laudate Dominum“ vom Eingang vom Altar einzogen.

 

Dort war ein wunderbar den ganzen Raum mit Tönen füllendes Klavier aufgestellt, an dem Krick Platz nahm. Mit bekannten Liedern zur Adventszeit wie „Es kommt ein Schiff“ oder „Maria durch ein’ Dornwald ging“ startete das Konzert, bei dem eine feierlich-schöne Melodie auf die nächste folgte. Das Schöne am Schubert-Chor: Auch wenn es ein reiner Männerchor ist, leidet er nicht unter den typischen Problemen dieser Sorte von Klangkörpern: den verwackelten tiefen Tönen oder den unsauber gebrummten Akkorden. Nein, diese Schwierigkeiten hatte der Chor gut im Griff. Auch wirkten die vier verschiedenen Stimmlagen, erster Bass, zweiter Bass, erster Tenor und zweiter Tenor im Verhältnis zueinander ausgewogen.

 

Etwas Verwirrung stiftete das Programmheft, das keinen Unterschied zwischen Arrangeur und Komponist der Stücke machte. So ging fast unter, dass der Chor auch eine originäre Krick-Komposition enthielt, nämlich eine Vertonung des Weihnachtsgedichts „Leise, Jesulein, leise!“ von Gerhard Nißlmüller. Das Lied reihte sich nahtlos ein in die Stücke von Schubert, Bizet oder Saint-Saëns. Das Konzert war in mehrere Abschnitte unterteilt, zu denen die Sänger Bibelzitate, andere christliche Texte oder Erläuterungen vortrugen. Bittgesänge zum Lamm Gottes, Gesänge zur Geburt Christi und Gesänge der Weisen aus dem Morgenland standen im Programmheft.

 

Ein Block von vier Stücken war der Pariser Kathedrale Notre-Dame gewidmet, deren Brand im April die Franzosen schwer erschütterte. „Ich treibe mich mit meiner Frau viel in Frankreich rum, das ist unser zweites Heimatland. Da spürt man, dass das alle sehr getroffen hat“, erzählte der Chorleiter in der Pause. So kam er auf die Idee, ein Zwischenspiel aus der Oper „Notre-Dame“ von Bruckner-Schüler Franz Schmidt fürs Klavier zu arrangieren; Bittgesänge an die Mutter Gottes von Vavilov, Léçon und Schubert komplettierten diesen Abschnitt. Schön auch die Idee, drei populäre bretonische Hirtengesänge zu arrangieren, sozusagen als Gruß an die Bexbacher Partnerstadt Pornichet an der Atlantikküste. Fast alle Stücke habe man neu einstudiert nach der Aufführung des „Sommer-Cocktails“ im August – das ist bei einem fast zweistündigen Programm schon eine bemerkenswerte Leistung. Für die gab es am Ende Ovationen. Bei der Zugabe, „Stille Nacht“ und „O du fröhliche“ durfte das Publikum dann mitsingen.

(Sebastian Dingler)

"The Sound of the Broadway"

Musikalischer Sommercocktail

Bexbach, 25.8.2019

 

Im „Sound of Broadway“ servierte der Bexbacher Schubert-Chor einem großen, begeisterten Publikum seinen diesjährigen Musikalischen Sommer-Cocktail in der Waldorfschule. Der Festsaal war fast ausverkauft: Schon mal ein erster Erfolg!

 

Aber es kam noch besser. Mit ihrem musikalischen Leiter Paul O. Krick am Flügel brannten die „Schubertianer“ ein wahres Feuerwerk ab aus zündenden Melodien und mitreißenden Rhythmen aus den Musicals „West Side Story“ von Leonard Bernstein, „My Fair Lady“ von Frederick Loewe und „Im Weißen Rössel“ von Ralph Benatzky, das in einer Musicalfassung als „The White Horse“ ebenfalls jahrelang am Broadway die Massen begeisterte. So bewunderten die Besucher über zwei Stunden lang eine chorische und auch darstellerische Ensembleleistung erster Güte. Die vielen Soli aus dem Chor waren nahtlos ein eingefügt, so auch die Moderation als Leitfaden durch die dramatischen Entwicklungen, nicht zuletzt der schon orchestral anmutende Instrumentalpart. Die „West Side Story“ war ein Paradebeispiel dafür. Anrührend innig besangen Christian Giebels als „Tony“ mit den Chorsolisten Roland Alexander Preuss und Christian Lambert die zärtliche Liebe zwischen Tony und Maria, die auch den großen Chor zu dynamischen Abstufungen zwischen zartestem Pianissimo und mitreißender Klangfülle inspirierte. Hart und schroff wirkten dagegen Bernsteins heiße Rhythmen und beißende Dissonanzen in den hasserfüllten Kampfgesängen der „Jets“ und „Sharks“. Im Song „Cool, Boy“ wurden sie von Roland Alexander Preuss als „Bernardo“ mit beängstigender Intensität angestachelt. Der junge Sänger erwies sich auch in „My Fair Lady“ als Multitalent, als er beim Ascot Derby plötzlich mit einem Steckenpferd über die Bühne trabte. Für Heiterkeit sorgten auch Peter Lehmann als „Alfred Doolittle“ und Horst Kraus als „Prof. Higgins“ in der berühmten Aussprache-Tortur „Es grünt so grün, wenn Spanien Blüten blühn“. Mit ihren großartigen imaginären Bildern, mit ihren eingängigen Liedern zum Mitsingen des Publikums und mit lustigen Sprechszenen lud die schmissige Operette „Im Weißen Rössel“ nach der Cocktail-Pause zum Verweilen ein. Die ganze Fülle des Gebotenen zu beschreiben, fehlt hier der Platz. Neben den so engagiert wie textnah singenden Choristen lenkten wieder viele Sängerdarsteller die Aufmerksamkeit auf sich: Peter Becker mit „Weaner“ Akzent als verliebter Zahlkellner „Leopold“, Christian Giebels als sein Laufkellner „Franzl“, Steffen Kraus als Schweizer Fremdenführer „Emil“ mit urkomischer Rachenlaut-Akrobatik, Peter Lehmann mit seinem vorsintflutlichen Hochrad  als „Schöner Sigismund“ und der quirlige Roland Alexander Preuss, dieses Mal als Gemeindeoberhaupt von St. Wolfgang. Als solcher begrüßte er in Wolfgang Gebhardt den „Kaiser Franz Joseph“, der mit seinem Sprechgesang bei vielen zu guter Letzt für etwas Nachdenklichkeit sorgte. Nach dem mit allen Gästen letztmals angestimmten Marschlied „Im Weißen Rössel“ und mit dem Auszugsmarsch des Bexbacher Schubert-Chors endete für das  begeistert applaudierende Publikum  ein unvergesslicher Chornachmittag im „Sound of Broadway“.

 

"Beim dunklen Stall was strahlt so hell hernieder"

Geistliche Abendmusik im Advent

Bexbach, 16.12.2018

 

Trotz winterlicher Zuwege wollten sich die vielen Konzertbesucher in der katholischen Kirche St. Martin das Weihnachtskonzert des Bexbacher Schubert-Chors nicht entgehen lassen. Es war in seiner stilistischen Vielfalt der glanzvolle Abschluss seines ereignisreichen 65. Jubiläumsjahres mit Auftritten selbst in der Ukraine und in Polen.

Es ist schon eine lieb gewordene Tradition, wenn die Sänger mit ihren Adventlichtern durch die abgedunkelte Kirche in den Altarraum einziehen und dazu das „Veni, veni, Immanuel“ oder im Doppelchor das „Hosianna, gelobt sei, der da kommt“ anstimmen. Das Kommen des „Immanuel“ klang auch im Lobpreis von Jesu Mutter Maria an, im „Magnificat anima mea Dominum“, das die große Zuhörergemeinde zur Begleitung des Chores und der beiden jungen Solisten begeistert mitsang. Zart und innig verwoben sich die Männerstimmen mit dem verhaltenen Klavierpart von CMD Paul O. Krick auch im Engelsgruß „Ave Maria“, der in wunderschönen Kompositionen von Vladimir Vavilov und Alicja Gołaszewska zitiert wird. Das war romantisch geprägte Adventsmusik, die ihr stilistisches Echo in solchen Gesängen fand wie im Motto-Lied des Konzertes „Beim dunklen Stall was strahlt so hell hernieder“ nach Philipp Jakob Siebenpfeiffer. Neoromantisch waren auch die Lieder zum Christkindl-Wiegen wie das „Christmas Lullaby“ von John Rutter, das filigrane „Leise, Jesulein, leise“ von Paul O. Krick oder gar die Wiegenlieder von Franz Schubert wie „Schlaf, holder süßer Knabe“ oder das ganz entrückte „Über allen Gipfeln ist Ruh“.

Ein ganz anderes Adventfenster mit Swing und Rock öffneten die Sänger mit ihrem Chorleiter Paul O. Krick am Piano in angelsächsischen Songs. Die kalifornische Komponistin Sally K. Albrecht hatte den ehrwürdigen Choral „Adeste fideles“ in rhythmisches Feuerwerk verwandelt, ähnlich wie John Fred Coots auf dem Höhepunkt der Swing-Ära den Song „Santa Claus Is Comin’ to Town“. Es braucht schon einen so gut geschulten Chor, über Kontinente und Stilwelten  hinweg so begeisternd zu überzeugen.

Doch dann öffneten die „Schubertianer“ das letzte Adventsfenster mit der weihnachtlichen Geburt in Bethlehem. Die „Drei Könige“ nach Peter Cornelius  wanderten mit dem jungen Baritonsolisten Christian Lambert und den Sängern zum „Dunklen Stall“, sicher geleitet vom „Schön leuchtenden Morgenstern“. Nach dem „Weihnachtslied der Kaschuben“, dessen Bergengruen-Text so lustig war wie das karibische Klanggewand, stimmten dort alle Konzertgäste mit dem Chor die Weise „O du fröhliche“ an.

Für den begeisterten Applaus  versprach Chorpräsident Horst Kraus in seinen abschließenden  Dankesworten  das wohl bekannteste  Weihnachtslied „Stille Nacht, heilige Nacht“. Der innige Gesang erinnerte an seine Entstehung im Salzburger Land vor genau 200 Jahren durch Pfarrer Joseph Mohr und Lehrer Franz Gruber  sowie an seinen Siegeszug in alle Welt, selbst bis nach Bexbach.   

 

 

Höcherberg-Nachrichten vom 14.12.2017

"Maria durch ein Dornwald ging"

Zu seinem traditionellen Advents- und Weihnachtskonzert hatte der Bexbacher Schubert-Chor in die Pfarr- und Wallfahrtskirche „Mariä Himmelfahrt“ nach Kirrberg eingeladen. Dort begrüßte Chorpräsident Horst Kraus nach dem Einzug der Sänger mit Kerzenlicht und zum mittelalterlichen Cantus „Veni, Immanuel“ unter den vielen Gästen von nah und fern Pfarrer Markus Hary und seine Pfarrgemeinde. Er dankte für das Gastrecht und vergaß dabei auch nicht die Förderer des Konzertes zu erwähnen, die Kreissparkasse Saarpfalz, den Buchholz Fachinformationsdienst (bfd) und die Druckerei Hügel. Wer den Anstieg zum Gotteshaus „uff dem kirchperch“ – so der alte Name des Ortes - geschafft hatte, wurde mit einer Fülle weihnachtlicher Weisen belohnt, und das in bester stimmlicher Klangqualität.

Die garantierte auch das Sopran-Duett mit Barbara Buhr und Ina Kaufmann in den wunderschönen zweistimmigen Weisen von Josef Rheinberger, Engelbert Humperdinck oder Hermann Schroeder, eingebettet in die filigrane Klavierbegleitung von CMD Paul O. Krick.

Der assistierte auch seinem hervorragend geschulten Chor mit  den beiden Chorsolisten Christian Giebels und Christian Lambert etwa in der ganz eigenen Bearbeitung des Liedes „Maria durch ein Dornwald ging“. Es war das ganz innig vorgetragene  Mottolied des Konzertes und hatte sicher auch der Madonna mit dem Kind in der Marienkirche gefallen.

Fein gestaltet war auch die  Choralbearbeitung „Wie schön leucht uns der Morgenstern“ des Romantikers Peter Cornelius mit Chor und Klavier. Darüber entfaltete sich der sonore Bariton  des Kirrberger Solisten Christian Lambert in der Aria „Drei Könige wandern aus Morgenland“ in beeindruckender Weise.

In weihnachtlicher Liedtradition nach Franz Schubert, Felix Mendelssohn-Bartholdy oder Hans Maria Dombrowski spiegelte sich der pulsierende Weihnachtsrhythmus unserer Zeit, swingend,  zupackend, mit instrumentalem Biss. Die amerikanische Komponistin Sally M. Albrecht hatte in ihrer  Jazzversion zum lateinischen Choral „Adeste fideles“ ein zündendes Beispiel dazu bereitgestellt. Dieser mitreisend vorgetragene Kontrast von Alt und Neu bestimmte auch die beiden Kompositionen von Paul O. Krick. Das sanfte „Leise, Jesulein, leise“ nach Gerhard Nißlmüller betörte im Stil eines Weihnachtswiegenliedes zwischen mütterlicher Zärtlichkeit und Besorgnis. Das „Kaschubische Weihnachtslied“ nach Werner Bergengruen hingegen sprühte nur so in karibischer Ausgelassenheit und mit dem verqueren Humor einer kleinen Volksgruppe in Nordpolen. Der am Klavier viel beschäftigte Komponist hätte keine besseren Interpreten finden können als seine „Schubertianer“ im Zusammenklang mit den beiden Sopransolistinnen.

Die mitreißend intonierten Kontrastfarben von Alt und Neu, von mittelalterlichen, klassisch-romantischen und neuzeitlichen  Traditionen auch in englischsprachigen Weihnachtsweisen können hier nur angedeutet werden. Nach dem mit der Zuhörergemeinde gemeinsam angestimmten Schlusslied „O du fröhliche“ brandete im erfreulich gut  besuchten Gotteshaus Beifall auf, und Pfarrer Hary hoffte in seinen herzlich empfundenen Dankesworten auf ein kleines Nachkonzert. Solisten und Chor kamen der Bitte gerne nach mit einem Lob auf das Geläut im Kirchturm, das einige Chortakte begleitet hatte und damit zu bestätigen schien: „Süßer die Glocken nie klingen als zu der Weihnachtszeit“. Zur behutsamen Klavierbegleitung des Chorleiters stimmten alle Mitwirkenden für den winterlichen Nachhauseweg vom Kirchberg herunter dann noch die innige, inzwischen zweihundert Jahre alte Weise von der „Stillen, heiligen Nacht“ an. Es waren letzte emotionale Momente eines unvergesslichen Konzertes in der Vorweihnachtszeit. 

 

 

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