Bexbacher Schubert-Chor
BexbacherSchubert-Chor 

Saarbrücker Zeitung vom 15.7.2015

Lieder auf den Flügeln des Gesangs

Bexbacher Schubert-Chor mixte musikalischen Frühsommer-Cocktail

 

Von Bernhard Reichart

 

Der Bexbacher Schubert-Chor begeisterte das Publikum im voll besetzten Festsaal der Waldorfschule mit seinem „Musikalischen Frühsommer-Cocktail“.

 

Der „Musikalische Frühsommer-Cocktail“ am vergangenen Sonntag im voll besetzten Festsaal der Waldorfschule Bexbach erwies sich als ein weiterer Höhepunkt in der Geschichte des Bexbacher Schubert-Chors. „Auf Flügeln des Gesanges“ beleuchteten Chormusikdirektor Paul O. Krick am Flügel und seine Sänger so manchen Aspekt menschlicher Liebe. Nach Heinrich Heines „Auf Flügeln des Gesanges“ besangen sie die Liebe in all ihren bunt schillernden Facetten.

Wie es sich für ein sommerlich prickelndes Mixgetränk gehört, so befanden sich auch im „Musikalischen Cocktail“ der Schubertianer ganz unterschiedliche Geschmacksnuancen, wie beispielsweise die nächtlichen Liebesgesänge von Franz Schubert im „Gondelfahren“ oder im Drillstab-Ständchen „Leise flehen meine Lieder“. Dazu passten auch die hochromantischen Liebesgeständnisse von Felix Mendelssohn-Bartholdy an seine Braut Cécile Jeanrenaud wie „Ich wollt, meine Liebe ergösse sich all in ein einziges Wort“ nach Heinrich Heine. Es ging aber auch um eine andere Liebe, die zur Befreiung aus Ketten und Kerkern aus den berühmten und bewegenden Gefangenenchören von Händel, Beethoven und Verdi. Dafür ein Sonderlob für die jungen Vokalsolisten!. Quasi auf der Zunge zerging den vielen Zuhörern im Festsaal der Waldorfschule auch die innere Glut spätromantischer Liebesgesänge von Richard Strauss an seine junge Frau Pauline de Ahne in „Morgen“ oder in der „Zueignung“.

Die lyrischen Texte nach Henry Mackay und Hermann von Gilm wurden vorher von Peter Becker, Stephan Krick und Horst Kraus zitiert. Köstliche Cocktail-Beigaben waren ebenso die heiteren Neckereien von Wolfgang Amadeus Mozart gegenüber seinem „allerliebsten Weibchen“ Constanze im „Zauberer“ oder in „Männern suchen stets zu naschen“. Die feine Balance zwischen den Vokalstimmen des Chores und dem orchestral aufspielenden Klavier verriet Interpretationskunst auf höchstem Niveau und wurde immer wieder mit spontanem Beifall des Publikums belohnt.

Nach dem erfrischenden Cocktail in der Konzertpause kosteten die begeisterten Besucher ein letztes Mal Liebeszauber aus der heiteren Musik- und Donaumetropole Wien, wie ihn Robert Stolz in seinem „Praterlied“, Oscar Straus in seiner „Walzertraum-Romanze“ oder gar Rudolf Sieczýnski in seiner unsterblichen Huldigung „Wien, nur du allein“ zum Klingen brachte. Nicht zu überhören war, dass der unvergessene Fritz Wunderlich mit seinen Aufnahmen unter Robert Stolz dabei Klangregie führte, was in den kurzen, aber prägnanten Moderationen von Paul O. Krick auch ausgiebig gewürdigt wurde. So war es nur schlüssig, dass die vom Publikum lautstark geforderte Zugabe nach zwei kurzweiligen Konzertstunden aus Fritz Wunderlichs Feder stammte, nämlich die Liebeserklärung an seine Vaterstadt Kusel: Ein Städtchen liegt im Pfälzerland, im Tal so wunderschön“.

 

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